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Die Ahrflut am 14. und 15. Juli 2021

Schuld an der Ahr

Die Folgen und der Wiederaufbau

Fotos ab 29.07.2021


Zur zerstörten Infrastruktur in Schuld nachfolgend wieder ein Text aus der ehemaligen Dorfchronik von Helmut Reuter, die von der Internetseite des aufgelösten Schulder Verkehrsvereins stammt und den er mir mit der Bitte um Korrektur im November 2022 zugemailt hat.

Wasser und Stromversorgung

Wir haben bereits auf der Seite »Für die Zukunft« über die zukünftige Strom- und Internetversorgung geschrieben. Hiermit gehen wir einige Jahrzehnte zurück und schildern den Aufbau unserer eigenen Wasserversorgung.

Beginnend mit dem Zustrom von Reisenden und Erholungssuchenden stellten sich die Hotels und Fremdenzimmer auf fließendes kaltes und warmes Wasser ein. Ein erster Hochbehälter für Frischwasser befand sich in etwa, wo später die Familie Funke-Kaiser baute. Die Ortschaft Schuld blühte auf und neue Hotels und Häuser wurden gebaut. Die Wasserversorgung reichte nicht mehr aus. Die Gemeindeverwaltung beschloss daher, im Auel ein neues Pumpenhäuschen zu bauen. Eine Streuobstwiese umgab das Gebäude. Überwiegend waren es Pflaumen, die nach der Reife durch die Gemeindeverwaltung versteigert wurden.

In den 1960er und 1970er-Jahren erfolgte ein weiterer Bauboom. Insbesondere die Martinshöhe und der Stausten wurden bebaut. Die Neubauten lagen bis zu 200 m über der Pumpenstation und der Wasserdruck reichte nicht mehr aus.
So wurde im Laufe der 1980er-Jahre in der »Schwarzen Kaul« ein Tiefbrunnen gebohrt und ein Hochbehälter wurde auf »Auf der Lecker« errichtet. Ein Pumpenhaus mit entsprechend starken Pumpen wurde neben dem Brunnen errichtet um den Trinkwasserbehälter, mit Wasser zu füllen.

Die Verbandsgemeindeverwaltung übernahm die Wasserversorgung für die Verbandsgemeinde im Jahr ???. Es wurde von den Nohler Kalksteinquellen eine Fernleitung verlegt und wir Schulder, die an kalkarmes Wasser gewöhnt waren, erhielten damit kalkhaltiges Wasser mit einem hohen Härtegrat. Um Schäden an Geräten und Heizungen zu vermeiden, mussten Entkalkungsanlgen eingebaut werden. Durch die Versorgung aus den Nohler Quellen diente das ehemalige Pumpenhaus in der »Schwarzen Kaul« nur noch als Kontrollstation. Der Hochbehälter wurde stillgelegt. Achtzehn Monate nach dem Hochwasser, bei dem die Kontrollstation vernichtet wurde, tut sich hier nichts. Die Schieber der Wasserfernleitung liegen ungeschützt in der Landschaft.

Gehen wir noch einmal zurück zu unserem Pumpenhäuschen »Im Auel«. Das Gebäude stand einige Jahre ungenutzt. Jugendliche aus unserem Dorf suchten Räumlichkeiten. Da bot sich das leer stehende Haus an und wurde zu einem Jugendtreff umgebaut und reichlich genutzt. Dem immensen Druck des Hochwassers 2021 hielt das Gebäude stand, es stand zwar bis zum Dach in den Fluten, aber es hielt stand. In den ersten Monaten, nach dem Hochwasser, war hier eine provisorische Trinkwasser Aufbereitungsanlage aufgestellt, denn die Wasserfernleitung oberhalb Schuld war zerstört und bis zur Wiederherstellung gingen einige Monate ins Land. So erlebten wir, die im Überfluss leben, mit wenig Wasser auszukommen.


Weitere Aufnahmen der Fundamente des Pumpenhäuschens mit der Notbehelfsinstallation. Man erkennt, dass die blaue Wasserleitung hier ihren Ursprung hat.


Die massiven Ablagerungen und tiefen Ufererosionen nach dem Hochwasser. Das Foto zeigt die karge Trümmerlandschaft im Flussbereich, gezeichnet von angeschwemmtem Treibgut und abgebrochenen Hängen.


An der Schwarzkaul befand sich eine beliebte Badestelle, von der ich Fotos aus dem Jahr 2020 habe. Hier also der Vergleich mit der Situation nach der Flut.



Im Hintergrund sind die zuvor gezeigten Fachwerkhäuser "Auf dem Stausten" zu erkennen, während wir weiter am Ufer entlang gehen.


Zertrümmerte Pkw-Wracks und massive Müllansammlungen vor einem ufernahen Wohnhaus nach der Katastrophe.


Ein von Wassermassen mitgerissener Pkw-Anhänger oder Auto-Transporter, der völlig mit Schlamm, Gras und Treibgut überzogen auf einer Freifläche steht, flankiert von einem weiteren zerstörten Fahrzeugwrack.


Ein massiver Berg aus unkenntlich zertrümmertem Sperrmüll und Bauteilen im ufernahen Bereich. Das Foto zeigt das Ausmaß der Zerstörung an privaten Einrichtungen, die von den Flutmassen komplett zerkleinert wurden.


Völlig zerstörtes blaues Lkw-Wrack mit massiven Treibgutansammlungen auf einer ufernahen Wiesenfläche.


Erste feste Strukturen der Notversorgung im Katastrophengebiet. Dusch- und Toilettencontainer sichern zusammen mit einem großen Aggregat die Grundbedürfnisse während der ersten Phase des Wiederaufbaus.


Mittel der Behelfs-Infrastruktur im Katastrophengebiet. Der flexible Wassertank sichert zusammen mit Versorgungsleitungen am Wegesrand die provisorische Wasserbereitstellung vor Ort.


Das Innere des Sanitärcontainers.


Weg in Richtung Schwarzkaul mit Blick auf das veränderte Flussbett und erste Räumfahrzeuge im Einsatz.


Mitgerissener Rasenmäher im dichten Treibgut direkt am Ahrufer im Bereich Schwarzkaul.


Panoramaschnitt des stark veränderten Flussverlaufs. Die Aufnahme dokumentiert die gewaltigen Landschaftsschäden und die tiefen Abtragungen der Uferhänge, an deren Fuß sich dicke Barrieren aus Treibgut gebildet haben.


ahaufnahme der massiven Erosionswand am Prallhang der Ahrschleife. Die Wassermassen haben das gesamte Erdreich unterhalb der Grasnarbe weggerissen, sodass eine steile Abbruchkante und ein großes Feld aus herabgestürzten Steinen und Felsbrocken zurückblieben.


Räumfahrzeuge am weitläufigen Geröllbett der Ahr im Bereich Schwarzkaul mit Blick auf die gegenüberliegenden Wohnhäuser.


Blick von einer Anhöhe auf die terrassenartig angeordneten Wohnhäuser am Hang im Bereich Schwarzkaul. Im Vordergrund arbeiten Techniker an einem Strommast zur Wiederherstellung der Stromversorgung, während weiter oben am Hang der weit ausgefahrene Ausleger eines Mobilkrans über den Bäumen zu sehen ist. Durch die Zerstörung der Strommasten hier unten war auch oberhalb der Strom in Harscheid und Sierscheid vier Tage lang unterbrochen. Der Strom war am 14.07. etwa um 18:00 Uhr weg und die Stromversorgung wurde im Laufe des 17.07. wiederhergestellt.


Blick flussabwärts auf die Ahr im Bereich Schwarzkaul nach dem Rückzug des Hochwassers. Die Uferbereiche unterhalb der dichten Bewaldung sind stark erodiert und von angeschwemmtem Treibgut, entwurzelten Ästen und Unrat gesäumt.


Als Zeichen der Zerstörung liegt ein intakter, weißer Fensterrahmen mit Doppelverglasung angespült im groben Schotter- und Geröllbett direkt an der Ahr im Bereich Schwarzkaul, während im Hintergrund blaues Plastikgewebe im Gebüsch hängt.


Die Wucht der Flutkatastrophe an der Ahrschleife. Das Foto dokumentiert ein stark deformiertes Auto auf der freigespülten Schotterfläche vor wirtschaftlich genutzten Hallen und Nebengebäuden, an denen die Aufräumarbeiten angelaufen sind.


Panoramaschnitt der großflächigen Landschaftsveränderung an der Ahrschleife. Die Aufnahme dokumentiert das immense Ausmaß der Ablagerungen im talweiten Flussbett unterhalb der am Hang gelegenen Wohnbebauung.


Das karge Schotter- und Geröllfeld im Vordergrund verdeutlicht, wie stark die Flutwelle den ufernahen Bereich der Schwarzkaul umgestaltet hat. Im Hintergrund sind die unbeschädigten Wohnanlagen an den Hängen von Schuld zu sehen.


Panorama der massiven Prallhangerosion im Bereich Schwarzkaul. Die Wucht der Flut hat die komplette Böschung abgetragen, dicke Felsbrocken freigelegt und große Mengen an Treibholz sowie Plastikmüll direkt an der Wasserlinie verkeilt.


Die extreme Zerstörungskraft der Flutwelle an Fahrzeugen. Das Foto zeigt die bis zur Unkenntlichkeit deformierten Autos inmitten der weitläufigen Schottermassen, während im Hintergrund weitere Aufräumarbeiten mit Lastern stattfinden.


Großräumiges Panorama des extrem verbreiterten Ahrbettes im Bereich Schwarzkaul. Die gewaltigen Schotter- und Steinmassen füllen das gesamte Tal aus, während links am Rand die ufernahen Wohnhäuser und rechts die dichten Waldhänge aufragen.


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