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Die Ahrflut am 14. und 15. Juli 2021

Schuld an der Ahr

Die Folgen und der Wiederaufbau

Fotos ab 29.07.2021


An den Beginn der zweiten Seite dieser Dokumentation möchte ich eine Analyse der Flutnacht von Helmut Reuter stellen, die er als Vorsitzender des Verkehrsvereins erstellt hat. Da sie in einem anderen Zusammenhang geschrieben wurde, musste ich sie kürzen und etwas anpassen, damit sie hier verständlich ist. Nach über 100-jährigem Bestehen hat sich der im Jahr 1922 gegründete Verkehrsverein Schuld am 7. Juli 2024 aufgelöst. Ein schwerer Einschnitt für den Verein war der Tod des langjährigen letzten Vorsitzenden Helmut Reuter am 20. Februar 2024. Da kein Nachfolger für die Vereinsführung gefunden wurde, beschlossen die verbliebenen Verantwortlichen die Liquidation. Das verbliebene Vereinsvermögen wurde der Freiwilligen Feuerwehr Schuld gespendet. Mit der Vereinsauflösung wurde auch dessen Internetseite vom Netz genommen. Mir ist nicht bekannt, ob eine Kopie mit der umfangreichen, von Helmut erarbeiteten dokumentarischen Aufarbeitung der Flut existiert, halte das aber für sehr unwahrscheinlich.

[...]
Eine Warnung der Bürger hier in Schuld, die in Ufernähe der Ahr wohnen, erfolgte frühzeitig durch die Freiwillige Feuerwehr Schuld.
Aus unserer Dokumentation die Seite www.verkehrsverein-schuld.de/aktuelle-lage belegen die Bilder 6 – 6c, dass die Flut zwischen 20:00 Uhr und 21:00 Uhr in Schuld am heftigsten war. Das Mobilfunknetz und alles andere waren bereits ausgefallen, aber es war noch genügend »Luft« zur Warnung der Orte unterhalb.
Die Feuerwehr aus Bölingen (bei Bad Breisig) hat um 24:00 Uhr vor meiner Haustür [Im Stausten] eine Rast eingelegt. Nach Müsch waren sie beordert worden, konnten dort aber nichts mehr ausrichten (haben Müsch aufgegeben) und kamen nach Schuld.
Rechnen wir einmal zurück. Mitternacht waren die Bölinger bereits in Schuld. Mit den schweren Gerätewagen dauerte die Fahrt, bei Nacht, Regen und fremden Terrain
mindestens ½ Stunde. Grob gerechnet waren die Feuerwehrleute um 23:00 Uhr in Müsch. Bei den Straßen- und Witterungsverhältnissen brauchten sie etwa 1 ½ Stunden
von Bad Breisig bis Müsch. Demnach erhielten sie eine Alarmierung vor 22:00 Uhr.
Das war also weit vor der Auslösung des Katastrophenalarms aus Ahrweiler. Da haben sehr, sehr viele Ihre Arbeit nicht richtig ausgeführt. Ich weiß, damit werden die Toten nicht wieder lebendig.

Da wir im Stadium des Wiederaufbaus sind noch einige Anmerkungen.
Ein Pegel in Müsch und einer in Altenahr sind zu wenig. In Dümpelfeld gehört einer hin. Dann sind die Zulaufbäche Eichenbach, Armutsbach, Lückenbach und Adenauerbach mit erfasst und somit eine frühzeitige Warnung Ahr abwärts möglich.
Bitte setzen Sie sich für folgendes ein:
1. Pegel in Dümpelfeld
2. Jeder Ort soll wieder eine Sirene haben. Schuld hat 2.
3. Für den Feueralarm, den Luftangriff und die Entwarnung gibt es Signale. Wir benötigen ein zusätzliches Signal für den Katastrophenfall.
4. Das Wichtigste ist, dass der Alarm von jedem Ort, also dezentral, ausgelöst werden kann und vom öffentlichen Stromnetz unabhängig ist.

Alle 200 Jahre, 1601, 1804 aktuell 2021, ereilt eine solche Katastrophe das Ahrtal. Durch die Klimaveränderung könnte es in Zukunft häufiger auftreten und darauf
müssen wir uns vorbereiten. Dazu gehören u. a. Sicherung der Bausubstanz (Bestandsschutz) durch
1. Errichtung von Dämmen
2. Wo dies nicht möglich ist, mobile Hochwasserschutzvorrichtungen
3. Schutz von besonders erhaltenswerter Bausubstanz. Es sollten die über 100 Jahre alten Fassaden erhalten bleiben.
4. Der Uferbereich zwischen Reckersau und den Fischteichen ist wieder hergestellt und eingesät und ist zusätzlich mit Baumbewuchs (wird von uns ausführlich dargelegt) zu stabilisieren.
5. Vieles mehr könnten wir [der Verkehrsverein] einbringen.
Als Vorsitzender des Verkehrsverein Schuld an der Ahr fühle ich mich verpflichtet zum Wohle der Ortsgemeinde Schuld und Förderung der Touristik beizutragen. Die technische Umsetzung müssen die Fachleute ausführen. Der politische Wille hierfür muss vorhanden sein.
[...]
Jeder Mensch, den wir durch Hochwasser verlieren, ist einer zu viel.

Helmut Reuter

 


Schwere Zerstörungen und tiefe Ufererosionen entlang der Ahr in Schuld nach der Flutnacht vom Juli 2021. Aufnahme von der Brücke aus.


Diese Aufnahme zeigt die andere Flussseite.


Aus dieser Perspektive kann man die Abtragung des Ufers und die Aufschüttung auf der anderen Seite der Ahr besonders gut sehen.


Zerstörte Uferbefestigung in Schuld. Die Flut legte den Betonkern der alten, ehemals verkleideten Stützmauer frei und unterspülte das direkt an der Ahr gelegene Gebäude.


Erste Schritte der Infrastruktur-Notversorgung vor den beschädigten Häusern. Die Flut hat die Straße tief aufgerissen, sodass nachträglich oberirdische blaue Leitungen verlegt werden mussten, um die Grundversorgung wiederherzustellen.


Die beschädigte Domhof-Brücke als Lebensader nach der Flut. Trotz eingebrochener Fahrbahndecke und starker Unterspülungen wird die Brückenmauer genutzt, um provisorische Versorgungsleitungen in die betroffenen Ortsteile zu führen.


Blick entlang der Brücke zum gegenüberliegenden Ufer.


Der Fußgängersteg über die zerstörte Domhof-Brücke. Das Bild zeigt, dass die komplette Oberkonstruktion samt Fahrbahn von den Wassermassen weggerissen wurde und nur noch die tragenden Bögen standgehalten haben.


Freigespülte Stromleitungen.


Freigespülte Rohrleitungen und Geröllmassen am Ahrufer mit provisorisch installierter blauer Notversorgungsleitung.


Schuttberge und Baggereinsatz im Innenhof eines vom Hochwasser betroffenen Grundstücks in Schuld.


Ein von Schlamm und Geröll gezeichneter Weg führt hinunter zur Ahr, wo gewaltige Mengen an mitgerissenen Baumstämmen, Ästen und Unrat das Flussufer blockieren.


Freigeschobener Fahrweg und schwere Verwüstungen auf den umliegenden Grundstücken im Uferbereich von Schuld.


Kleines Nebengebäude, das die Flut überstanden hat, inmitten von Schlammmassen und Räumgerät nach dem Rückzug der Flut. Die Hochwasserlinie ist gut zu erkennen.


Treibgut.


Panoramaschnitt der Flusslandschaft nach der Flutkatastrophe. Die Aufnahme zeigt das Ausmaß der Erosion entlang der Ahr bei Schuld sowie die großflächigen Aufräumarbeiten mit Baggern und Lastern auf der freigespülten Schotterfläche.


Eingelassener gusseiserner Brunnen in einem verwüsteten Gartenbereich nach dem Rückzug der Flutwelle.


Provisorisch geräumter Fahrweg vor dem bekannten Fachwerkensemble im betroffenen Ortsteil „Auf dem Stausten“ in Schuld.


Überreste einer Gartenanlage im erodierten Uferbereich. Das gemauerte Rundelement blieb inmitten der tiefen Schlamm- und Erdmassen stehen, während im Hintergrund die weggespitzten Erdschichten sichtbar sind. Eine Bierflasche zeugt von den Aufräumarbeiten.


Nahaufnahme des bekannten Fachwerkgebäudes Auf dem Stausten. Während die oberen Stockwerke unbeschädigt wirken, wurde das direkt zur Ahr ausgerichtete Untergeschoss komplett überflutet, und das gesamte umliegende Gelände verlor seine ursprüngliche Struktur.


Zusammengeschobenes Treibgut und Sperrmüllberge auf den Freiflächen "Auf dem Stausten". Das Foto dokumentiert die enormen Mengen an Unrat, persönlichen Gegenständen und zerstörter Infrastruktur, die nach dem Rückzug des Hochwassers mühsam sortiert und abtransportiert werden mussten.


Die Wucht der Flutwelle hat Fahrzeuge und Baumaterialien mitgerissen und als unkenntliche Wracks auf den angrenzenden Wiesenflächen hinterlassen, wo sie nun auf den Abtransport warten.


Detailaufnahme des neuen Flussbettes.


Die von der Flut gescchälte Ufervegetation steht im Hintergrund von Schutt und Müll.


Herausgerissene Betonplatten und Mauersteine liegen auf dem freigespülten Schotterbett des Ufers und zeugen von der Zerstörungskraft des Wassers, das feste bauliche Strukturen einfach auseinandergebrochen hat. Eine Zuordnung zu einem bestimmten Gebäude war nicht mehr möglich.


Völlig verschüttetes Fahrzeugwrack inmitten von Schlamm, Steinen und Treibholz vor der freigespülten Felswand.


tark erodiertes gegenüberliegendes Flussufer und zerstörte Grundstücksstrukturen im Schlamm des ausgetrockneten Ahrbetts.


Die betonierten Grundmauern des zerstörten Pumpenhäuschens (so ist es mir bekannt) am Ahrufer. Wo vor der Flut die technische Infrastruktur stand, ist nur noch das Fundament im erodierten Gelände übrig geblieben.


lick entlang eines ufernahen Weges, der teilweise von den Schlamm- und Geröllmassen der Ahr überspült wurde. Aufgestautes Treibgut und abgeknickte Äste blockieren den Durchgang zum unbeschädigten, höher gelegenen Waldstück.


Panoramaaufnahme der erodierten Uferböschungen und des geröllbedeckten Flussbettes der Ahr "Auf dem Stausten" bei Schuld.


Weitwinkel-Panorama "Auf dem Stausten" mit den freigespülten Grundmauern und dem völlig veränderten, von Geröll geprägten Flusslauf der Ahr.


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