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Auszug aus der Microsoft Encarta 2001
Kreta (neugriechisch Kriti), griechische Insel südöstlich des Festlands im Mittelmeer, fünftgrößte Mittelmeerinsel. Die längliche Insel ist von Osten nach Westen etwa 260 Kilometer lang, zwischen zehn und 56 Kilometer breit und hat eine Fläche von 8 335 Quadratkilometern.
Kreta ist überwiegend gebirgig. Die höchsten Erhebungen (über 2 400 Meter) befinden sich im Westteil der Insel in der Hochgebirgsgruppe Levka Ori. Nach Osten hin fallen die Gebirgszüge etwas ab und erreichen dort kaum über 1 500 Meter. Zu den besonderen morphologischen Merkmalen der Insel gehören die zahlreichen Hochebenen und die vielen Höhlen. Die Nordküste Kretas, z. B. die Sudabucht, weist mehrere gute Häfen auf. Nach Süden hin fallen die Gebirgszüge steil ab, so dass die Südküste für Schiffe unzugänglich ist. Quellen und eine Reihe von Flüssen machen die Insel außerordentlich fruchtbar.
Haupteinnahmequelle ist die Landwirtschaft, deren Erträge durch den Einsatz traditioneller Techniken allerdings begrenzt sind. Der Olivenanbau wird jedoch nach modernen Methoden betrieben. Weitere Agrarprodukte sind Orangen, Zitronen, Wein und Getreide. Schaf- und Ziegenzucht sind ebenso von Bedeutung. In der Industrie herrschen Nahrungsmittelverarbeitung sowie die Herstellung von Seife und Textilien vor. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 537 000. Hauptstadt und größter Hafen Kretas ist Chania, die größte Stadt der Insel ist Iraklion.
Die archäologischen Entdeckungen der heutigen Zeit beweisen, dass Kreta von etwa 3000 bis 1200 v. Chr. Zentrum einer blühenden Zivilisation des Bronzezeitalters war. Die Errungenschaften dieser minoischen Kultur können sich mit denjenigen der ägyptischen und mesopotamischen Kultur messen.
Einer der frühesten historischen Hinweise auf Kreta findet sich in Homers Odyssee. Gemäß dieser Quelle war die Bevölkerung der Insel ungewöhnlich vielfältig. Sie bestand aus Achaiern, Dorern, Pelasgern, Cydoniern und Eteokretern, den prähellenistischen Ureinwohnern. Die Insel hatte 90 unabhängige Städte, deren größte Knossos, Hauptstadt des Reiches des legendären kretischen Königs Minos, war. Zu Beginn der klassischen Kultur zeugten nur noch wenige Spuren von der minoischen Kultur Kretas. Die Kreter spielten in der Geschichte des antiken Griechenlands kaum eine Rolle. 67 v. Chr. wurde die Insel von den Römern erobert. 395 n. Chr. fiel sie an das Byzantinische Reich. 826 errangen die Araber die Herrschaft über Kreta und behielten sie bis 961, als die Insel von Nikephoros Phokas, dem späteren byzantinischen Kaiser, zurückerobert wurde. Nach dem 4. Kreuzzug wurde Kreta 1204 an Venedig verkauft. 1645 begann das Osmanische Reich einen Krieg gegen die Venezianer in Kreta. Bis 1669 hatte es den Großteil der Insel erobert und im Jahre 1715 die Insel vollständig unter Kontrolle. Danach kam es wiederholt zu Aufständen der Kreter gegen die Herrschaft der Osmanen, besonders während der Griechischen Revolution (1821-1824), doch die Osmanen behielten bis 1830 die Oberhand. In diesem Jahr wurde Kreta aufgrund einer Vereinbarung der europäischen Mächte an Ägypten abgetreten, das die Herrschaft über die Insel 1840 wiederum an das Osmanische Reich übergab. Konflikte zwischen der christlichen und der moslemischen Bevölkerung der Insel führten danach zu Aufständen der Christen, die in der Revolte von 1896 ihren Höhepunkt erreichten. Im Jahr darauf griffen die griechischen Streitkräfte auf der Seite der Revolutionäre in den Konflikt ein. Dies war der Beginn des Krieges zwischen Griechenland und dem Osmanischen Reich. Er wurde 1898 durch die Entscheidung der europäischen Mächte beendet, die Insel durch eine internationale Kommission unter Vorsitz von Prinz Georg von Griechenland zu verwalten. Obwohl dieser durch Unruhen in der Bevölkerung 1906 zum Rücktritt gezwungen wurde, und trotz der hartnäckigen Forderung Kretas, an Griechenland angegliedert zu werden, blieb Kreta bis 1912 unter internationaler Verwaltung. Der Aufstand im März 1912 führte zur Einrichtung einer unabhängigen provisorischen Regierung, deren Delegierte im Oktober darauf formelle Mitglieder im griechischen Parlament wurden. Gemäß des Vertrags von London (31. Mai 1913), der das Ende des Krieges zwischen Griechenland (unterstützt durch Alliierte des Balkans) und dem Osmanischen Reich besiegelte, wurde Kreta an Griechenland abgetreten.
Nachdem Deutschland im 2. Weltkrieg 1941 das griechische Festland erobert hatte, flog es einen Luftangriff über Kreta und besetzte rasch die gesamte Insel. Britische Streitkräfte befreiten die Insel 1945.
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