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01.07.2009 - 11.07.2009

Hallo, hier bin ich schon wieder. Ich platze gleich mit der schlechten Nachricht heraus: Bisher hatte ich keine Gelegenheit, weiter "Platz" mit meinem Frauchen zu üben. Die beiden letzten Wochen war Frauchen nämlich gar nicht mit in der Hundeschule. Und an Herrchen beiße ich mir noch meine Welpenzähnchen aus. Der ist ja so was von lernresistent, das ist gar nicht zu beschreiben.
Aber der Reihe nach ...

Es wurde ziemlich warm draußen in meinem Garten. Das mochte ich nicht sonderlich. Aber ich habe schnell herausgefunden, das es im Schatten immer nochganz angenehm ist. Dann hat Frauchen so was wie "Wir müssten langsam mal ..." gesagt, worauf Herrchen in hektische Betriebsamkeit ausgebrochen ist. Keine Spur von "Wir". Scheint also nur so eine Redensart gewesen zu sein, wie sie die Zweibeiner manchmal gebrauchen. Aber da blicke ich noch nicht immer ganz durch. Jedenfalls stand dann so was komisches rundes und sehr blaues Etwas in meinem Garten. Das habe ich mir vorsichtig aus sicherer Entfernung angeschaut. Herrchen hat netterweise oben auf dem Bild eine Ausschnittsvergrößerung meines Auges gemacht. Vielleicht könnt ihr dann schon erraten, was das gewesen ist.

Richtig! Ein Planschbecken. Und Wasser haben sie auch reingetan. Und Frauchen anschließend auch. Stehen konnte sie darin wohl nicht, obwohl gar keine Decke zu sehen war. Und dann hat sie mich gerufen.

Ich bin dann zu ihr hingegangen und hab sie gefragt, ob ich ihr aufstehen helfen soll. Dabei habe ich ganz nasse Pfoten bekommen.

Als ob das noch nicht gereicht hätte, fing Frauchen auch noch an, mich nass zu machen. Ich meine, so richtig und nicht im übertragenen Sinn. Also mit dem Wasser, was in dem Planschbecken war.

Irgendwie war das blöd, auch wenn es schön abgekühlt hat.

Holla, auf mich sollt ihr schauen! Was fällt euch denn ein, he?

Ich hab mich dann bei nächster Gelegenheit aus dem Staub gemacht. Zum Glück ist das Wetter dann auch kühler geworden, so dass Frauchen diesen Blödsinn nicht noch mal versucht hat. Bin gleich zu Herrchen und hab mich beschwert. Aber der hat mich nur ausgelacht. War ja fast klar. Ist der doch die ganze Zeit über mit seiner blöden Knipse rumgelaufen und hat sich über meine Leiden amüsiert, der Perversling. Der ist bestimmt leicht sadistisch angehaucht. Von dem brauche ich wohl kein Mitleid mehr zu erwarten.

Und so hab ich alleine da auf meinem Rasen gesessen und geschmollt.

Abends, als er sich dann seine Ausbeute am PC angeschaut hat, habe ich ihn nicht aus den Augen gelassen. Aber er hat mich gar nicht beachtet. Dafür konnte ich hören, wie er manchmal aufgelacht hat.

Die Hitze ging mit einem kräftigen Gewitter zu Ende. Ginja hat sich einen abgezittert, als ob sie unter Strom stehen würde und hat die ganze Zeit versucht, bei Herrchen auf den Schoß zu klettern. Ich hab mir das in aller Ruhe angeschaut. Als Herrchen keine Lust mehr hatte auf Ginjas Nervereien, hat er wieder Fotos von mir gemacht.

Ich brauchte aber nicht viel zu tun. Einfach nur so liegen bleiben wie die ganze Zeit schon.

War ganz lustig, wie er da vor mir auf dem Boden gelegen hat. Wenn es ihm Spass macht ...

Ich wollte ja nach draußen in den Regen. So was kannte ich doch noch nicht. Natürlich kenne ich Regen, aber so, wie es da geregnet hat, kannte ich es noch nicht. Herrchen wollte mich aber nicht rauslassen und hat mich lieber mit den Fotos beschäftigt. Oder hat er sich beschäftigt? Oder ich ihn? Spielt das eine Rolle? Ich weiß es nicht. Ich muss wohl Langeweile haben ...

Dann habe ich in Frauchens Wirtschaftsraum einen kleinen Stoffberner gefunden und gleich mit nach draußen genommen.

Der ist total niedlich und flauschig und sieht genau so aus wie ich. Aber er muss schon lange geschrumpft sein, denn er ist winzig klein.

Dadurch kann ich ihn gut festhalten.

Ich finde, er steht mir sehr gut. Warum Herrchen ihn mir immer wieder weggenommen hat, weiß ich nicht. Wahrscheinlich soll ich ihn suchen. Das letzte Mal war er unter ganz viel wohlriechender Wäsche versteckt, die direkt vor der Waschmaschine lag. Ich habe die dann sorgfältig beiseite geräumt und ihn wieder in den Garten geschleppt. Dann habe ich eine von Herrchens Unterhosen geholt und diese gründlich eingeweicht. Komisch finde ich nur, das es davon kein Foto gibt. Sonst knipst er doch auch alles.
Mit der Welpengruppe waren wir dann in der großen Stadt. Frauchen ist nicht mitgekommen. Ob sie Angst vor den vielen Zweibeinern hat? So ging es auch manchen der anderen Welpen. Die waren mächtig aufgeregt. Ich hab mir alles in Ruhe angeschaut und muss sagen, dass das alles ziemlich langweilig ist. Zu Hause kann man wenigstens frei über die Wege und Felder laufen. Aber da muss man die ganze Zeit an der Leine bleiben. Nicht, das ich das schlimm finde. Aber ohne ist halt noch schöner.

Ja, und dann ist meine Schwester Cassie mit Ute und Jörn zu Besuch gekommen. Was hab ich mich da gefreut!

Ich hab ihr sofort meinen ganzen Garten gezeigt.

Natürlich auch die interessanten Stellen, wo ich immer meine Eier lege.

Dann haben wir ausgiebig getobt, ...

... bis Cassie unsere Katze entdeckt hat. Dabei ist das doch gar nichts Besonderes. Die liegt doch andauernd irgendwo rum. Cassie kannte aber wohl keine Katzen und war deshalb sehr neugierig. Das kann man allerdings von Chelsea nicht behaupten. Ob die überhaupt gemerkt hat, dass da ein anderer Welpe vor ihr stand?

Cassie kam dann schnell zu mir um mich zu fragen, was denn da vor der Eingangstür rumliegt.

Ich war da gerade bei Ute, um mich knuddeln zu lassen. Leider hat Ginja sich immer dazwischen gequetscht und ich konnte sehen, wo ich bleibe.

Aber für solche Fälle gibt es ja wirksame Gegenmaßnahmen.

Ich bin ja kein Unmensch (oder heißt das jetzt Unhund? Oder bedeutet Unmensch nur Nicht-Mensch? Dann wäre ich ja doch ein Unmensch. Manchmal ist die Zweibeinersprache schon kompliziert). Egal, ich wollte nur sagen, das ich mich lieb um meinen Besuch kümmern wollte und deshalb bin ich zu Cassie gelaufen und hab ihr das mit der Katze erklärt. Und das sie keine Angst vor dem ziemlich zusammengeschrumpften Pelzträger zu haben braucht.

Ich musste ihr dazu allerdings sehr eindringlich ins Ohr quasseln.

Als sie das endlich begriffen hat, sind wir wieder über meine Rampe runter in den Garten gegangen.

Danach war Cassie so platt, das sie auf Utes Armen eingeschlafen ist. Danach sind die drei wieder heimgefahren. Ob ich meine anderen Geschwister auch mal wiedersehen werde?

Frauchen war dann ein paar Tage nicht zu Hause und Herrchen ist sie oft besuchen gefahren. Ginja und mich wollte er aber nicht dabei haben. Aber das haben wir auch überstanden. Als sie dann mit ihm zurück gekommen ist, haben wir uns dolle gefreut. Denn da war unser Rudel wieder komplett. So alleine mit Herrchen ist zwar ganz in Ordnung, aber irgend wie fehlte was.

Den nächsten Besuch auf dem Hundeplatz hat Frauchen schon wieder verpasst. Wie soll ich denn bitteschön da ihre Erziehung gewährleisten können?

Ich habe versucht, meine eigenen Schreitballettübungen durchzuziehen, so gut es ging.



Sogar das Parallelschnüffeln mit Jim haben wir geübt. Die Rutenhaltung müssen wir aber noch besser synchronisieren.

Wie ihr sehen könnt, sind auch die Welpen auf dem Platz geschrumpft.

Maya ist zwar nicht geschrumpft, dafür aber immer noch ziemlich draufgängerisch.

Das Getobe der Kleinen konnte ich mir in Ruhe anschauen. Hund muss ja nicht alles mitmachen.


Aber mit den Größeren darf man ruhig auch mal etwas deftiger spielen.

Wie gehabt: Ohne zotige Sprüche, die Jim mir ins Ohr bellt, geht es bei ihm wohl einfach nicht. Wird wohl eine Temperamentssache sein.
Und damit verabschiede ich mich für heute mal wieder. Sonst fange ich am Ende auch noch an, euch dummes Zeug zu erzählen.
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