Lily aus Antalya


Mitten in der Corona-Krise

05.07.2020


Da wir im letzten Jahr sowohl Duncan als auch Camillo verloren haben und unsere unsichere und ängstliche Lulu also alleine war, haben wir nach einer passenden Begleitung gesucht. Und die haben wir ausgerechnet in Antalya gefunden. Na ja, eigentlich bei der Tierhilfe Antalya e.V., die in Zülpich sitzt. Da die Türkei nicht EU-Mitglied ist, ist eine Überführung relativ schwierig und aufwändig. So muss ein Tier vor der Einreise geimpft und auf sog. Mittelmeerkrankheiten (z.. Leishmaniose) untersucht werden und danach 90 Tage in Quarantäne. So weit waren wir im März 2020, als die Corona-Pandemie für eine komplette Einstellung aller Flüge und eine Schließung der Grenzen führte. Bis die ersten Flüge wieder möglich waren, dauerte es bis Anfang Juli. Und selbst da war die Reisewarnung für die Türkei noch in Kraft. Alles in Allem dauerte die Quarantäne von Lily gut 6 Wochen länger als geplant. Das genaue Geburtsdatum ist nicht bekannt. Deshalb steht in ihren Papieren der 01.01.2018. Da Lulu am 05.11.2017 geboren wurde, sind die beiden ziemlich gleich alt.


Lily ungeschoren

Der Flug selbst verlief ohne weitere Probleme und Abends landete Lily in Düsseldorf, wo auch die Abfertigung ohne Weiteres klappte. Abgeholt haben wir sie dann in Zülpich, wo wir einen erschöpften, aber recht entspannten Hund in Empfang nehmen konnten. Lily war frisch gebadet, aber ziemlich zottelig. Zuhause machte Lulu erst mal große Augen, aber da sich Lily inzwischen etwas erholt hatte, wurde das neue Zuhause gleich inspiziert und in Besitz genommen. Sogar mit Lulu wurde ein wenig gespielt. Hier die ersten Fotos am nächsten Morgen.


Erste Sprintrunden im Garten


Der Durchblick fehlt noch


Lulu ordnet sich jetzt schon unter. Aber das ist nicht überraschend, unsicher, wie sie ist.


Lily hat meine Couch sofort erobert.


Noch nicht ganz fertig, aber die gröbste Wolle ist ab. Dabei war Lily beim Scheren recht entspannt. Nur Arbeiten an der Schnauze scheint sie nicht zu mögen.


Jetzt sieht man die kurzen Beinchen besser. Kurze Beine, die aber in ziemlich dicken Pfoten enden.


Lulu ist noch etwas skeptisch, aber bereit, sich unterzuordnen. Ich hoffe, dass das ohne große Kämpfe passiert und das Lulu danach etwas Sicherheit durch Lily bekommt.


Momentan sieht es so aus, als ob wir wieder ein kleines, aber funktionierendes Rudel bekommen hätten.

Und noch ein Video der beiden. Der Weichzeichnereffekt ist rein zufällig entstanden, aber nicht mal schlecht.


Und abends auf der Couch. Irgendwie scheint Lily schon immer hier gewesen zu sein.


08.07.2020

Erste Erfahrungen

Dass Lily in ihrem Leben schon Schläge bekommen haben muss, merkt man ihr an. Wenn sie eine plötzliche Bewegung von oben wahrnimmt, ob eine Hand oder einen Ast, zuckt sie zusammen. Dabei ist sie trotz allem verschmust und zutraulich. Sie hat eine große, dicke Narbe auf dem Hinterkopf. Für mich sieht das aus wie die Folge eines schweren Schlags und weniger nach einer Bissspur. Da kann sich jetzt jeder bei vorstellen, was er mag :-(

Gestern waren wir bei unserem Tierarzt. Der hat die Vermutung mit der Narbe bestätigt. Außerdem ist er sich ziemlich sicher, dass Lily schon einmal Welpen gehabt hat. Denn die Zitzen sind zu groß für eine "jungfräuliche" Hündin. Ansonsten ist sie aber gesund, nur die Wolfskrallen müssen irgendwann einmal weg. Die Autofahrt war für Lily nicht angenehm, die Reise ins Ungewisse liegt ja nicht lange zurück. Und da die Ohren verschmutzt und etwas entzündet waren, musste sie für die Reinigung leicht sediert werden. Schon wieder...

Dass Lily schlimme Erfahrungen gemacht haben muss, zeigte sich auch gestern Abend beim Spaziergang. Da lag ein Pferdehaufen auf dem Fußpfad und da die Ohren noch nach dem Reinigungszeug rochen (Citronella), wollte sie sich wohl parfümieren und legte gleich den Kopf mitten rein. Ein scharfes "NEIN" und ein leichter Leinenruck am Geschirr verhinderten, dass Lily ganz in dem Zeug verschwand. Auf dem Rückweg wollte sie dann partout nicht mehr durch diese Stelle gehen und suchte sich einen Weg weit außen herum. Und heute Morgen war sie gar nicht mehr zu bewegen, diese Stelle zu passieren. Ich musste sie tatsächlich darüber hinweg tragen. Zurück folgte sie dann allerdings Lulu, die einen eleganten Hopser darüber hin gemacht hat.

Hier im Haus bewegt Lily sich aber schon, also ob sie nie woanders gewohnt hätte. Sogar die "Taburäume" Bad und Vorratsraum werden schon (fast) akzeptiert.


12.07.2020


Kampf um Frauchen :-)


20.07.2020

Video von zwei Couchköniginnen

Gestern ist Lily zum ersten Mal ohne Leine gelaufen. Das klappte ganz gut, auch, weil ich Lulu an der Leine hatte und die Kleine sich an ihr orientieren konnte. Heute Morgen habe ich dann beide frei laufen lassen. Lily interessierte sich dabei aber mehr für die Mäuse auf den Wiesen als für mich oder Lulu. Und so kam sie dann erst mal wieder an die Leine. Beim zweiten Versuch geriet sie auf Abwege und wusste nicht mehr, wohin sie sollte, denn ich hatte mich versteckt. Nach etwas Aufregung habe ich nach ihr gepfiffen und schon kam sie angaloppiert mit ihren kurzen Beinchen. Den Rest der Runde musste sie dann aber an der Leine bleiben.



Viel entspannter kann ein Hund wohl nicht auf der Couch liegen ;-). Ich darf aber auch noch drauf, ich muss Lily nur zur Seite schieben.


30.07.2020

Lily und Lulu bilden inzwischen schon so etwas wie ein kleines Rudel. Es gibt keinen eindeutigen Chef, aber das scheint auch nicht unbedingt erforderlich zu sein. Jedenfalls wird immer ausdauernd gespielt.




Kuschel-Lily


07. - 09.08.2020


Schatten suchen beim morgendlichen Spaziergang. Es ist sehr heiß. "Nur" drei sind mit mir unterwegs.


Belagerung trotz Hitze. Ferdi ist wieder zu Gast.

Hunde-Wellness 1

Hunde-Wellness 1 Slomo

Hunde-Wellness

Hunde-Wellness 2 Slomo

23.08.2020


Frisch geschorenes Plüschtier. Die Haare wachsen in atemberaubendem Tempo. Das Scheren lässt Lily stoisch über sich ergehen. Aber an dem Kopf darf man nicht ran. Dann wird sie unruhig.

Toben mit Lulu

14.09.2020

Abenteuer(liche) Lily

Die Hunde und ich waren später spazieren als sonst, weil ich noch arbeiten musste. Kurz nach dem Start, wir waren höchstens 50m vom Haus entfernt, aber schon am Waldrand, verschwanden die Hunde. Unterhalb des Waldrandes befindet sich eine steile Böschung und da hinein wurde ein Waldwirtschaftsweg gebaut. Lulu hatte wohl auf diesem unteren Weg Tina mit Pferd gesehen oder gehört und ist gerade den Hang herunter gelaufen. Lily ist natürlich wie immer blindlings hinterher gerannt. Das hatte ich so gar nicht mitbekommen. Ich dachte, die beiden schnüffeln nur an der da stehenden Scheune, wie sonst auch immer. Tina ist eine Freundin, bei der Lulu auch schon mal in Ferienbetreuung war. Dementsprechend freut Lulu sich auch immer sehr, wenn sie Tina sieht. Tina meinte, da käme eine Rotte Wildschweine den Hang hinunter. Zum Glück saß sie nicht auf dem Pferd. Lulu war schnell wieder oben, so dass ich erst mal einfach weitergegangen bin. Lily kommt sonst ja auch immer hinterher, weil sie halt nicht so schnell ist wie Lulu. Aber von Lily keine Spur. Lange habe ich gerufen und gewartet (von Tina wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nichts). Dann bin ich den Weg zurück und habe immer wieder gerufen. Wieder zuhause angekommen, habe ich Lulu in den Vorgarten gesteckt und bin wieder zurück, um zu suchen. Zum Glück kam Tina dann den Berg rauf und erzählt, was passiert war. Lily hatte sie aber nicht gesehen. Ich also Lulu wieder geholt und den rufend und pfeifend den Berg runtergelaufen. Natürlich kam kein Laut von dem dummen Terrier. Auch nicht, als ich sie da so gefunden hatte, wie man auf dem Foto sieht. Lily traute sich weder hoch noch runter. Ich musste da hochklettern und sie runterholen. Das war gar nicht so einfach. Von oben wäre schwierig gewesen, schon weil ich nicht selbst da runterfallen wollte (Höhe an der Stelle 2,5 - 3 Meter). Und unten war das Material sehr mehlig und lose, so dass ich kaum Halt finden konnte. Meine Bemühungen hat Lily relativ ungerührt zur Kenntnis genommen. Nur als ich endlich hoch genug gekommen war, um sie zu greifen, ist sie auch noch zurückgewichen. Das Ende des Abenteuers bestand darin, dass ich sie unfallfrei da herunterholen konnte und wir dann, als ob nie etwas passiert wäre, nach Hause spaziert sind.
Genug Abenteuer für heute.


Dummer Terrier


Erholung auf der Couch für drei.


© 2020  Gregor Jonas
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