Zur Vorgeschichte:
Im Mai 2007 machten wir in Ägypten am Golf von Aquaba, genauer gesagt im Hilton Hotel Nuweiba zwei Wochen Urlaub. Der Urlaub an sich war nicht zu beanstanden und auch das Hotel entsprach weitgehend unseren Vorstellungen. Hier der entsprechende Reisebericht.
Die Probleme fingen damit an, das wir zwei Ringe meiner Frau im zimmereigenen Safe vergaßen. Gut, unsere Schuld, das muss man zugeben. Der Rand des Safes ist zwar hoch und das Innere nicht einsehbar, aber man hätte ja sorgfältiger tasten sollen.
Glücklicherweise fiel Aga das bereits während des Transfers Richtung Sharm El Sheik auf. Dummerweise aber zu spät, um noch einmal umzukehren. Also haben wir den uns begleitenden Reiseleiter der Reisegesellschaft 12fly gebeten, im Hotel anzurufen. In der Wüste gibt es zwar Mobilfunkmasten, der Empfang ist aber nicht überall gegeben. Zudem konnte / durfte der Begleiter nur seine örtliche Geschäftsstelle benachrichtigen, die dann wiederum im Hotel angerufen haben. Nach einer knappen Stunde dann die Entwarnung: Ja, die Ringe sind da und wurden im Rezeptionssafe sichergestellt. Auch hatte man sich bereits Gedanken gemacht, wie man die Ringe denn nun wieder in unseren Besitz bringen könne. Zunächst dachte man an ein Taxi, was dann aber zeitlich nicht mehr zu realisieren war.
Darüber kamen wir dann am Flughafen an, wo sich ein sehr bemühter Herr von 12fly telefonisch noch mal bei uns meldete und uns nett aber, wie sich dann herausstellte, falsch informierte. Er sagte uns nämlich zu, die Ringe zu unserer Heimatadresse nachzusenden. Man werde sie einem Mitarbeiter der Reisegesellschaft mitgeben, wenn er/sie nach Deutschland fliege und von dort aus postalisch zustellen. Und mit diesem guten Gefühl stiegen wir in den Flieger.
Als dann aber wochenlang nichts weiter passierte, habe ich mich dann sowohl an das Hotel als auch an 12fly Deutschland und sogar an unser Reisebüro gewandt. Das Hotel war sehr hilfsbereit, aber nach eigener Aussage nicht in der Lage, ein Dienstleistungsunternehmen aufzutreiben, das Wertsachen transportiert. 12fly reagierte erst gar nicht und dann wurde mitgeteilt, das die Praxis, solche Wertsachen selber nach Deutschland zu transportieren, nicht mehr möglich sei (warum auch immer). Die Hilton-Zentrale reagierte gar nicht (war auch nur ein verzweifelter weiterer Versuch), das Reisebüro gab sich ebenfalls machtlos und nicht zuständig.
Inzwischen war es Herbst geworden und so fragte ich verschiedene Paketdienstleister an, ob sie denn den Transport übernehmen würden. Lediglich DHL express sah sich hierzu in der Lage und war sogar ausgesprochen hilfsbereit. Sie legten mir auf eigenes Anragen ein Firmengeschäftskonto an, um den Transport als offiziellen Import abzuwickeln. Die Einrichtung dauerte ein paar Tage und ich bekam sogar eine schöne Kundenkarte. Als ich dann aber den (für mich als Privatmann recht verwirrenden) Auftrag endlich erteilt hatte, rief mich eine der DHL-Disponentinnen an um mir lapidar mitzuteilen, das DHL keine Wertsachen transportieren würde. Ob das jetzt nur für bestimmte Länder wie Ägypten gilt oder generell, blieb für mich offen. Aber das hätte man mir doch gleich sagen können. Immerhin hatte ich ja immer offen gesagt, was abzuholen war. Vielleicht hätte ich behaupten sollen, ich wolle nur ein Handtuch oder was Ähnliches holen lassen?
Die Ringe sind also immer noch in Ägypten und entweder fahren wir irgendwann noch mal hin oder irgendwer ist so lieb, uns die Ringe nach seinem Aufenthalt mitzunehmen und uns von Deutschland aus zuzusenden. Wir würden natürlich für das Porto aufkommen!
Von wegen Globalisierung :-( . Das hatten wir uns doch erheblich einfacher vorgestellt.
Die Krönung kam jetzt Anfang März 2008. Da fand ich eine Rechnung der DHL in meinem Briefkasten, die aber ofensichtlich nichts mit der Aktion um die Ringe zu tun hatte. Angeblich hatte ich Dokumente von Mexico City nach Lausanne transportieren lassen. Weder hüben noch drüben kenne ich irgendwen oder was. Momentan läuft die Reklamation. Und mein Kundenkonto, das ich ohnehin nie mehr brauchen werde, lasse ich auch löschen.
Nachtrag:
Ende Januar 2009 verbrachte eine Kollegin eine Woche Urlaub in Sharm El Sheik. Also habe ich versucht, mit dem Hotel Kontakt aufzunehmen, damit diese die Ringe in ihr Hotel schicken. Das Hilton Nuweiba hat keine eigene Internetadresse, so dass ich darauf angewiesen war, über die zentrale Hilton-Adresse Kontakt aufzunehmen. Dort wurde großartig zugesagt, alle Mails innerhalb von 24 Stunden zu beantworten.
Trotz zweier Mails keine Reaktion :-( . Eine Woche ist kurz und so ist auch diese Chance mal wieder vertan.
© Gregor Jonas 2008
www.gregor-jonas.de