Zwischen Usedom und Wollin


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A. Lage und Infos zur Gegend

Vom 07.06. - 24.06.2005 waren wir im Oderdelta auf der kleinen Insel Kaseburg (polnisch: Karsibor), die zur polnischen Ostseeküste gehört. Wenn dieser Reisebericht mit "Zwischen Usedom und Wollin" betitelt ist, dann ist hier tatsächlich die kleine Insel namens Karsibor gemeint, die bis etwa 1888 zu Usedom (polnisch: Uznam) gehörte. Dann wurde 1876-1888 unter preußischer Herrschaft die "Kaiserfahrt" als Durchstich von der Swine zum Stettiner Haff gebaut, die nach 1945 in Piastowski-Kanal umbenannt wurde. Dieser Kanal öffnet den Seeweg nach Stettin (polnisch: Szczecin) und trennt einen Teil von Usedom ab, der geografisch jetzt zu Wollin (polnisch: Wolin) gehört. Ebenfalls preußischen Ursprungs sind der Leuchtturm, die Molen und die Befestigungsanlagen (Forts), die auch besichtigt werden können. Auch wenn diese Insel in Westpolen nahe der deutschen Grenze liegt, ist sie mit dem Auto nur über Stettin erreichbar. Der Grenzübergang Ahlbeck ist lediglich für Fußgänger passierbar.

Die wundervolle Ostsee-Landschaft bietet jedenfalls alles, was man sich für einen entspannten Urlaub nur wünschen kann. Das Deutsch-Polnische Grenzgebiet mit dem Stettiner Haff, der Ostsee, den freundlichen Menschen, der jahrhunderte alten Geschichte und den lieblichen Hügeln ist da eine wirklich lohnende und vor allem auch preiswerte Alternative.

Weitere Infos zu Usedom finden Sie hier.

 

Da dort das Dörfchen Karsibor (Karsibór) liegt, heißt die neu entstandene Insel halt ebenfalls Karsibor. Zu erreichen ist sie von Wollin aus über eine schmale Brücke, die nur einspurig befahrbar ist. 

Stara Świna heißt übersetzt "Alte Swine" und meint einen Altarm der Świna. Kommt man am Ende der Brücke an, sieht man rechts das Becken des alten U-Boot Hafens, wo 1944 die 4. Schulungsflotte der Kriegsmarine lag. Die zugehörige Werkstatthalle steht ebenfalls noch.

 

Heutzutage dient das Gelände nur noch Anglern als bequeme Plattform sowie Schwänen als Brutstätte.

Nur die Hauptstraße ist befestigt, alle anderen Wege bestehen aus Sand. Dafür ist diese Hauptstraße von einer Reihe mind. 200 Jahre alter Eichen gesäumt. Am Ende des Dorfes geht die Straße in zwei Betonspuren über, die noch ein Stückchen weiter in das Vogelschutzgebiet führen.


Unsere Unterkunft lag direkt am Wasser und war umgeben von einem eingezäunten, etwa 5.000 m³ großen Garten, was auch für unsere Hunde ideal war. Lediglich die Treppe ins Obergeschoss, die mehr einer Leiter gleich kam, störte etwas. Dafür gab es auf zwei Seiten eine Terrasse sowie jede Menge Bäume, in deren Schatten man sich niederlassen konnte. (Online-Buchungsmöglichkeit)

Man sollte bedenken, dass man sich dort in einem Feuchtgebiet befindet. Folglich gibt es Mücken und Pferdebremsen in größeren Mengen. Es ist also keine schlechte Idee, an Mückenschutz zu denken. Aber sonst war an alles gedacht. Und selbst die Terrassenmöbel waren bequem und luden zum Erholen ein. Hier konnte man getrost seinen Nachmittags-Kaffee im Schatten unter einem Baum einnehmen, eine Zeitung lesen und sich eine kleine Pause gönnen. Und auch abends konnte man hier entsprechend gegen die Mücken gewappnet den Tag bei einem Wein oder einem kühlen Bier ausklingen lassen.


Einige Eindrücke aus dem Dorf:

Neben alter Bausubstanz, die mal mehr, mal weniger gut erhalten ist, stehen vereinzelt auch schmucke Neubauten. Fast jedes Haus der etwa 600 Einwohner wird von mindestens einem Hund bewacht. Leider ist die Kettenhaltung noch weit verbreitet. Die Bewohner sind fast ausnahmslos nett und zugänglich, sprechen allerdings fast ausschließlich Polnisch. Dabei sind uns die Sprachkenntnisse von Aga natürlich zu gute gekommen. Tourismus ist nicht wirklich ein Thema. Es gibt zwei oder drei Stellen, an dem man einen Wohnwagen abstellen kann und einige Blockhütten, die aber hauptsächlich von Einheimischen als Angelhütten benutzt werden. Zwei Tante-Emma-Läden und zwei Kneipen runden das Bild ab. Eine dieser Kneipen ist eher ein Restaurant. Eine Speisekarte gibt es allerdings nicht. Marina kocht frisch und erzählt einem am Tisch, was es zur Auswahl gibt. Die Preise sind moderat. Wer Ruhe und Entspannung sucht, ist hier genau richtig. 

Die Insel besteht zum einen aus einem Feuchtgebiet, wo Schilf angebaut wird, einem großen Waldanteil, Feldern und Wiesen und natürlich dem Dorf selbst.

Im Dorf steht eine Kirche ( Kirche der heiligen Maria) mit einem kleinen Friedhof davor. Sie stammt wahrscheinlich aus dem 15. oder 16. Jahrhundert am alten Handelsweg rund um die Ostsee. 1630 quartierte sich im Pfarrhaus der schwedische König Gustav II Adolf ein. 1826 fand unter Leitung des bekannten preußischen Architekten Friedrich Schinkel ein Umbau statt.

Versteckt in einem kleinen Waldstück und ohne irgendeinen Hinweis liegt der altdeutsche evangelische Friedhof, wo man noch die geschmiedeten Grabumzäunungen sehen kann. Wenige der noch erhaltenen Grabsteine weise lesbare Inschriften auf. Diese weisen auf die Zeit von 1880 - 1940 hin.


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(c) 2005 Gregor Jonas
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