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Sri Lanka (Rundreise)


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Landschaftlich äußerst vielfältig und voll von Zeugnissen der Vergangenheit ist Sri Lanka auf jeden Fall sehenswert. Von Palmenstränden über tropischen Regenwald bis ins Hochland, wo fast europäisches Klima herrscht und dann wieder bis zur Halbwüste ist hier auf kleinem Raum alles zu finden. Zur Einführung ein Artikel aus der MS Encarta 2001:
 

1. EINLEITUNG 
offiziell Demokratische Sozialistische Republik Sri Lanka (früher Ceylon), Inselstaat im Indischen Ozean vor der südöstlichen Küste Indiens, Mitgliedsstaat des Commonwealth. Die Palkstraße und der Golf von Mannar trennen Sri Lanka von Indien. Zwischen den beiden Staaten liegt eine Kette winziger Inseln, die so genannte Adamsbrücke. Sri Lanka hat in etwa die Form einer Birne, deren Stiel von einem Ausläufer im Norden gebildet wird. Die größte Entfernung von Norden nach Süden liegt etwa bei 440 Kilometern. An ihrer breitesten Stelle misst die Insel ungefähr 220 Kilometer, und ihre Gesamtfläche beträgt 65 610 Quadratkilometer. Der Regierungssitz ist Sri Jayewardenepura, Hauptstadt und zugleich größte Stadt ist Colombo.


Küste, vor allem im Westen, Süden und Südosten, ist von Palmen gesäumt. Die nördliche Küstenlinie wird von Lagunen geprägt, im Osten findet man zahlreiche Strandseen, den Westen charakterisieren Nehrungen und Sanddünen. An der stärker zerklüfteten nordöstlichen Küste liegt der Hafen von Trincomalee, der als einer der besten natürlichen Häfen der Erde gilt. An der Südwestküste befinden sich u. a. der weitgehend künstlich angelegte Hafen von Colombo und der Hafen von Galle. Die Gesamtlänge der Küste Sri Lankas beträgt 1 340 Kilometer.

2. LAND  



Ein herausragendes Merkmal der Topographie Sri Lankas ist das zentrale Hochland im südlichen Teil des Landes, dessen höchster Punkt, der Gipfel des Pidurutalagala, eine Höhe von 2 524 Metern erreicht. Hier befinden sich die beiden Hochebenen Nuwara-Eliya und Horton, die die wichtigsten kommerziellen Teeanbaugebiete Sri Lankas sind.

2.1. Flüsse und Seen  Die gebirgige Region im Landesinneren ist besonders reich an Flüssen und Strömen, deren Lauf von Stromschnellen unterbrochen wird. Der längste Fluss ist der Mahaweli Ganga, der südlich von Trincomalee in den Indischen Ozean mündet. Andere Flüsse sind z. B. der Kelani, dessen Mündung in der Nähe von Colombo liegt, und der Kalu, der bei Kalutara an der Südwestküste ins Meer fließt.

2.2. Sri Lanka liegt im Bereich des innertropischen Äquatorialklimas. Im Südwesten der Insel erreichen die Niederschläge Höhen bis zu 2 500 Millimetern mit zwei Maxima im Mai und Oktober. Im Osten sinken die Niederschlagsmengen auf 1 500 Millimeter pro Jahr. Die trockensten Gebiete liegen im Nordosten und Südwesten. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 32,2 °C im Tiefland und 21,1 °C in den höheren Gebirgsregionen.

Flora und Fauna  Sri Lanka ist bekannt für die Schönheit und Vielfalt seiner Vegetation. Im Südwesten des Landes sind riesige Flächen von dichtem tropischen Regenwald bedeckt. Die höheren Bergregionen sind ebenfalls stark bewaldet. In den Küstenebenen gedeihen viele verschiedene Palmenarten. Savannen und Trockenwälder bestimmen den nördlichen und östlichen Teil der Insel.

Die Tierwelt Sri Lankas, zu der auch viele vom Aussterben bedrohte Tierarten zählen, ist sehr vielfältig und umfasst u. a. Geparden, Leoparden, verschiedene Affenarten und Elefanten. Es gibt auch zahlreiche Reptilienarten, darunter Krokodile und Pythons.

3. BEVÖLKERUNG  
Etwa 74 Prozent der Bevölkerung Sri Lankas sind Singhalesen. Die größten Minderheiten sind die Ceylon-Tamilen und die indischen Tamilen, die zusammen etwa 18 Prozent der Bevölkerung ausmachen. Die übrige Bevölkerung umfasst die Moors (Nachfahren der arabischen See- und Handelsleute), die Burgher (Nachkommen der Portugiesen und Niederländer), die Malaien und die Wedda, die Ureinwohner Sri Lankas.


Die Einwohnerzahl Sri Lankas beträgt etwa 19,4 Millionen (2000); daraus ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von 295 Menschen pro Quadratkilometer.

3.1. Wichtige Städte  23 Prozent der Bevölkerung Sri Lankas leben in Städten. Die Hauptstadt Colombo hat etwa 616 000 Einwohner. Die wichtigsten Städte sind neben der Hauptstadt der Seehafen Jaffna (129 000), der Regierungssitz Sri Jayawardenepura (109 000), die ehemalige Hauptstadt Kandy (109 000) und der Seehafen Galle (84 000).

3.2. Sprache  
Die Amtssprache Sri Lankas ist Singhalesisch (Sinhala), das von mehr als 70 Prozent der Bevölkerung gesprochen wird. Die Menschen in den nördlichen und östlichen Provinzen sprechen Tamil. Englisch, das bis 1957 die Amtssprache war, ist immer noch weit verbreitet.

3.3. Religion  
Der Buddhismus, der im 3. Jahrhundert v. Chr. nach Sri Lanka kam, ist noch heute die wichtigste Religion auf der Insel. Der auf Sri Lanka praktizierte Buddhismus weist sowohl Elemente des Hinduismus als auch des Islam auf. Etwa 69 Prozent der Bevölkerung gehören dem Buddhismus an, 15 Prozent sind Hindus, 8 Prozent sind Christen und weitere 8 Prozent Muslime.

Obwohl der Buddhismus die Hauptreligion ist, orientiert sich die singhalesische Gesellschaft am hinduistischen Kastensystem. Die Gesellschaft der Ceylon-Tamilen ist eine modifizierte Form des indischen Kastenwesens.

3.4. Soziales  Zu Beginn der neunziger Jahre gab es in Sri Lanka ungefähr 3 350 Ärzte und 48 000 Krankenhausbetten. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt bei Frauen 75,8 Jahre, bei Männern 70 Jahre (2000).

4. BILDUNG UND KULTUR  
In Sri Lanka besteht eine allgemeine Schulpflicht von 9 Jahren (1998). Bis zur Hochschulreife sorgt der Staat für eine kostenlose Schulbildung. Der Alphabetisierungsgrad liegt bei 91,6 Prozent. Die Universität Sri Jayewardenepura in Colombo wurde 1942 als Universität von Ceylon gegründet. Sie ist eine der wichtigsten höheren Bildungseinrichtungen des Landes.

4.1. Kultureinrichtungen  Die Museumsbibliothek des Nationalmuseums in Colombo von 1870, in der die Sammlung der Orientalischen Bibliothek der Regierung aufbewahrt wird, ist die größte Bibliothek des Landes. Die älteste ist das Department of National Archives in Colombo, das die amtlichen Aufzeichnungen der niederländischen Verwaltung von 1640 bis 1796, der britischen Verwaltung von 1796 bis 1948 und der seit 1948 unabhängigen Nation enthält.

4.2. Kunst und Sehenswürdigkeiten  Die Religion spielt auf Sri Lanka eine große Rolle. Die meisten öffentlichen Feiertage beruhen auf religiösen Festen. Die jährliche, von Fackeln begleitete Tempelprozession Perahara, an der mit Ornamenten geschmückte Elefanten und Hunderte von Tänzern teilnehmen, zieht Tausende von Gläubigen an. Pilgerreisen sind ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Die wichtigste Pilgerreise ist dabei die Wanderung zum Berggipfel Adam’s Peak. Die Muslime glauben, dass Adam und Eva hier lebten, nachdem sie aus dem Paradies vertrieben worden waren. Die Buddhisten besuchen einen Felsen auf diesem Gipfel, von dem sie glauben, dass auf ihm ein Fußabdruck Buddhas zu sehen sei. Eine weitere Pilgerstätte ist der Tempel des Zahns in Kandy, wo angeblich einer von Buddhas Zähnen in einem Schrein aufbewahrt wird.

In der Region Bandarawela im Süden wurden Fundstücke aus der mittleren Steinzeit, z. B. Knochen und Wetzsteine, gefunden. In der Nähe wurden außerdem Werkzeuge aus Quarz, die aus der Spätsteinzeit stammen, ausgegraben. Fundstellen von frühbuddhistischen Kunsthandwerksgegenständen aus Ton und Eisen sind überall im Land verstreut. Hinduistische Grabrelikte aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. sind in der nordwestlichen Provinz entdeckt worden. Die Nationalmuseen Sri Lankas in Colombo, Kandy, Ratnapura, Anuradhapura, Galle und Trincomalee besitzen sehenswerte Sammlungen archäologischer und geschichtlicher Zeugnisse des Landes.

5. VERWALTUNG UND POLITIK  
Sri Lanka ist eine Präsidialrepublik im Commonwealth of Nations und wird nach der 1978 verabschiedeten Verfassung regiert.

5.1. Exekutive  Staatsoberhaupt Sri Lankas ist der Präsident, der gleichzeitig Oberbefehlshaber der Streitkräfte und oberster Inhaber der Exekutive ist. Er wird in direkten Wahlen für eine Amtszeit von sechs Jahren gewählt. Der Präsident ernennt den Ministerpräsidenten und die Mitglieder des Kabinetts und hat das Recht, das Parlament aufzulösen.

5.2. Legislative  Legislativorgan ist die Nationalversammlung, die sich aus 225 Mitgliedern zusammensetzt. Sie werden ebenfalls für die Dauer von sechs Jahren gewählt. 196 Abgeordnete werden direkt gewählt, 29 Sitze nach dem Stimmenanteil unter den Parteien aufgeteilt.

5.3. Judikative  Das Justizwesen von Sri Lanka besteht aus dem Obersten Gerichtshof, dem Appellationsgericht, dem Hochgericht, den Distrikt- und Amtsgerichten sowie mehreren erstinstanzlichen Gerichten. Der Oberste Richter am Obersten Gerichtshof und zwei weitere, vom Präsidenten ernannte Richter bilden die Judicial Service Commission, die in Berufungen und Revisionen entscheiden kann und in den meisten schwerwiegenden Straftaten die alleinige Richtergewalt innehat.

5.4. Kommunalverwaltung  Sri Lanka ist in neun Provinzen und 24 Distrikte unterteilt.

5.5. Politik  Die wichtigste politische Partei Sri Lankas ist die United National Party (UNP), eine liberal-konservative Partei. Weitere Parteien sind die Sri Lanka Freedom Party (SLFP) und mehrere separatistische tamilische Gruppen.

6. WIRTSCHAFT  
Sri Lankas Wirtschaft beruht hauptsächlich auf der Landwirtschaft, die teilweise der Selbstversorgung, teilweise dem Export dient. Auf verstaatlichten Plantagen werden Tee, Kautschuk und Kokosnüsse angebaut, die fast die Hälfte der Exporteinnahmen des Landes ausmachen. Neben dem traditionellen Handwerk und dem Fremdenverkehr sind auch Industrie und Bergbau von wirtschaftlicher Bedeutung. Abgebaut werden Edel- und Halbedelsteine, Graphit, Kaolin und Titanrohstoffe. Gegen Ende der siebziger Jahre startete die Regierung ein neues Programm zur Beschleunigung des wirtschaftlichen Wachstums, das auch die Abschaffung verschiedener staatlicher Monopole beinhaltete, um den Wettbewerb auf dem privaten Sektor anzukurbeln. Mitte der achtziger Jahre versuchte sie, ausländische Investoren für exportorientierte Industriezweige zu gewinnen. In den neunziger Jahren verschlechterten sich Sri Lankas Zukunftsaussichten jedoch infolge der hohen Arbeitslosigkeit und der blutigen Auseinandersetzungen zwischen Singhalesen und Tamilen. Sri Lankas Bruttoinlandsprodukt (BIP) liegt bei 15 707 Millionen US-Dollar, was einem BIP pro Einwohner von 840 US-Dollar entspricht. Die Handelsbilanz von Sri Lanka ist negativ.

6.1. Landwirtschaft  Etwa 29 Prozent der Fläche Sri Lankas werden landwirtschaftlich genutzt, davon rund zwölf Prozent für den Teeanbau. Sri Lanka ist der drittgrößte Teeproduzent der Erde, nach Indien und China. Der Export von Tee bringt etwa ein Viertel der gesamten Exporteinnahmen des Landes.

Das Grundnahrungsmittel der Bevölkerung und die wichtigste Nutzpflanze der Insel ist Reis. Für den Reisanbau wird mehr Fläche bewirtschaftet als für den Anbau jeder anderen Nutzpflanze. Gemüse wird nur in kleinen Mengen und nur für den Eigenbedarf angebaut. Große Mengen Zucker, Weizen und Reis müssen importiert werden.

6.2. Forstwirtschaft und Fischerei  Der Bedarf an Holz wird durch die staatlichen Waldbestände gedeckt. Die jährliche Holzernte beträgt etwa 9,1 Millionen Kubikmeter. Mehr als 90 Prozent der Holzernte werden als Brennstoff verwendet. Das Fischereiwesen beschränkt sich auf einen kleinen Küstenstreifen und trägt nur relativ wenig zur Volkswirtschaft bei. 1997 beliefen sich die Fangzahlen auf etwa 247 000 Tonnen Fisch.

6.3. Industrie  Die Industrie spielt in Sri Lanka eine untergeordnete Rolle, sie macht 27,5 Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts des Landes aus (1998). Die bedeutenderen Industrieunternehmen, von denen sich die meisten ganz oder zum Teil in staatlicher Hand befinden, sind neben einer Erdölraffinerie eine Reifenfabrik und ein Stahlwerk. Daneben werden Zement, Textilien, Kleidung, Zucker, Zigaretten, Papier- und Lederwaren, elektronische Anlagen und chemische Erzeugnisse hergestellt.

6.4. Währung und Außenhandel  Die Währung Sri Lankas ist die Sri-Lanka-Rupie, die sich aus 100 Sri-Lanka-Cents zusammensetzt. Importiert werden hauptsächlich Industrieprodukte, Maschinen und Transportausrüstungen sowie Nahrungsmittel. Sri Lankas wichtigste Handelspartner sind Japan, Großbritannien, die Vereinigten Staaten, Deutschland, Iran und Indien.

6.5. Verkehrswesen  Die meisten Regionen der Insel werden durch das etwa 11 285 Kilometer lange Straßennetz gut erschlossen (1998). 95 Prozent der Straßen sind asphaltiert. Das Schienennetz hat insgesamt eine Länge von 1 491 Kilometern (1997).

Sri Lanka besitzt drei internationale Flughäfen. Die staatliche Fluggesellschaft Air Lanka fliegt sowohl inländische als auch ausländische Ziele an.

7. GESCHICHTE 

7.1. Das antike Sinhala  
Im Mahavamsa steht geschrieben, dass die Insel 504 v. Chr. von Vijaya, einem Hindu-Prinz aus Nordostindien erobert wurde. Nachdem er die Ureinwohner (Wedda) unterworfen hatte, heiratete Vijaya eine Wedda-Prinzessin und ermutigte Bewohner des Festlandes, sich auf der Insel niederzulassen. Er ernannte sich selbst zum Herrscher über die gesamte Insel.

Mitglieder der Dynastie Vijayas regierten das Reich Sinhala mehrere Jahrhunderte lang. Während dieser Zeit, und vor allem nachdem man im 3. Jahrhundert v. Chr. den Buddhismus zur Nationalreligion gemacht hatte, schufen die Singhalesen eine hoch entwickelte Kultur. Als Zeugnisse ihrer architektonischen Errungenschaften gelten noch heute Überreste von Bewässerungsanlagen, Ruinen von Städten, vor allem die der antiken Hauptstadt und zahlreiche verfallene Heiligtümer. Die älteste Bevölkerungsgruppe der Insel sind die Wedda. Indoarische Völker wanderten im 6. Jahrhundert v. Chr. aus Nordindien ein. Sie gründeten ein Königreich mit der Hauptstadt Anuradhapura und gaben sich selbst den Namen Singhalesen. Zwischen dem 2. Jahrhundert v. Chr. und dem 13. Jahrhundert n. Chr. war Sri Lanka häufig Opfer von Überfällen südindischer Eroberer, was den Verfall der Insel in viele kleine Reiche zur Folge hatte. Das erste von den singhalesischen Königen losgelöste tamilische Königreich entstand im 14. Jahrhundert.

1517 gründeten die Portugiesen, die 1505 erstmals auf der Insel gelandet waren und freundschaftliche Beziehungen mit einem der Inselfürsten aufgenommen hatten, in Colombo eine Handelsstation. Sie vergrößerten ihren Einflussbereich zunehmend, vor allem als Ergebnis erfolgreicher Eroberungsfeldzüge. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts waren große Teile der Insel unter portugiesischer Kontrolle. Infolge dieser Entwicklung fanden die Holländer, die 1638 und 1639 die ersten Angriffe gegen portugiesische Stellungen starteten, unter den Wedda viele Verbündete. Der Kampf endete 1658, als die Holländer die Portugiesen besiegten und die Herrschaft über einen Großteil der Insel erlangten. Das Königreich von Kandy blieb jedoch unabhängig.

7.2. Britische Herrschaft  1795 sandte die britische Regierung eine Expedition auf die Insel. Zu Beginn des darauf folgenden Jahres kapitulierten die Niederländer endgültig, und 1798 machten die Briten die ganze Insel, mit Ausnahme des Königreiches Kandy, zur Kronkolonie Ceylon. Durch die Bestimmungen des 1802 geschlossenen Friedens von Amiens, der die zweite Phase der Napoleonischen Kriege beendete, ging das Land formell an Großbritannien. Das Königreich Kandy wurde 1803 besetzt und 1815 an die Kronkolonie angeschlossen. In der Zeit der britischen Herrschaft wurden die Herstellung von Tee und Kautschuk ausgebaut. Religiöse und soziale Unterschiede führten in dieser Zeit mehrmals zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen den Singhalesen und der tamilischen Minderheit. Dieser Konflikt behinderte zwar die Unabhängigkeitsbestrebungen der Inselbevölkerung, die englische Regierung war aber dennoch gezwungen, einige Zugeständnisse zu machen. Der erste bedeutende Sieg im Kampf um die Unabhängigkeit gelang allerdings erst mehr als ein Jahrhundert später, als 1931 eine Verfassungsreform verkündet wurde. Sie führte das allgemeine Wahlrecht und erste Schritte in Richtung Autonomie ein.

Während des 2. Weltkrieges war Sri Lanka ein wichtiger Stützpunkt der Alliierten bei ihren Angriffen gegen Japan und eine wichtige Quelle für Kautschuk und Nahrungsmittel.

7.3. Unabhängigkeit  
Am 4. Februar 1948 erlangte die Kolonie Ceylon ihre Unabhängigkeit. Sie erhielt den Status eines unabhängigen Staates innerhalb des Commonwealth of Nations. Sir Henry Moore wurde als Generalgouverneur eingesetzt und D. S. Senanayake, der Führer der United National Party (UNP), als Ministerpräsident ernannt.

Die Außenminister des Commonwealth versammelten sich im Januar des Jahres 1950 und entwarfen einen vorläufigen Plan für die wirtschaftliche Entwicklung von Südostasien. Der im Ergebnis dieser Verhandlungen formulierte Colombo-Plan verteilte fast 340 Millionen US-Dollar an Commonwealth-Geldern auf eine Vielzahl von Projekten, die die Wirtschaft Sri Lankas vorantreiben sollten. Zu diesen Projekten gehörten vor allem Bewässerungsanlagen und Wasserkraftwerke.

Als D. S. Senanayake 1952 starb, wurde sein Sohn Dudley Senanayake, der derselben Partei angehörte, zum Ministerpräsidenten ernannt. 1954 trat Sri Lanka dem South-East Asia Treaty Organization (SEATO, Südostasienpakt) bei, einem Verteidigungsbündnis der Vereinigten Staaten, Großbritannien und sechs weiteren Nationen. Am 14. Dezember 1955 wurde Sri Lanka Mitglied der Vereinten Nationen.

7.4. Die Familie Bandaranaike  
Die UNP verlor die Wahlen im April 1956, und Solomon Bandaranaike, der Führer der Sri Lanka Freedom Party (SLFP), wurde Ministerpräsident. Unter seiner Regierung verfolgte Sri Lanka außenpolitisch eine Politik der Blockfreiheit.

Am 25. September 1959 wurde Ministerpräsident Bandaranaike von einem buddhistischen Mönch angeschossen und starb am darauf folgenden Tag. Bei den Parlamentswahlen vom 19. März 1960 gewann die UNP die meisten Stimmen. Zwei Tage später wurde Dudley Senanayake wieder Ministerpräsident in einem Minderheitenkabinett, das schnell das Vertrauen des Parlaments verlor. Die am 20. Juli veranstalteten Neuwahlen endeten mit einem Sieg der Sri Lanka Freedom Party (SLFP), die jetzt von Sirimavo Bandaranaike geführt wurde, der Witwe des verstorbenen Ministerpräsidenten. Sie wurde als neue Ministerpräsidentin vereidigt.

Am 31. Dezember 1960 wurde ein Gesetzentwurf verabschiedet, der Singhalesisch zur alleinigen Amtssprache des Landes machte. Die Abgeordneten der Tamil sprechenden Minderheit reagierten darauf mit einer Massendemonstration im Frühjahr 1961 in Behure. Um der Situation Herr zu werden, verhängte die Regierung den Ausnahmezustand. Der Tamil Federal Party (TFP) wurden jegliche Aktionen untersagt, und Streiks wurden für illegal erklärt. Die Beziehungen zwischen Singhalesen und Tamilen blieben weiterhin gespannt, bis im Januar 1966 Tamil in den nördlichen und östlichen Teilen der Insel zur offiziellen Amtssprache erklärt wurde.

7.5. Die Republik  
Als es der Nation wirtschaftlich zunehmend schlechter ging, kam Dudley Senanayake in den Wahlen von 1965 erneut an die Macht. Seine Politik der Bündnisfreiheit, die Förderung privatwirtschaftlicher Unternehmen und die Modernisierung der Landwirtschaft konnte die Wähler jedoch nicht zufrieden stellen, da die hohe Arbeitslosigkeit und die Lebensmittelrationierungen anhielten. 1970 gewann eine linksgerichtete Koalition unter der Führung von Sirimavo Bandaranaike erneut die Wahlen. Soziale Spannungen führten im März 1971 zu einem bewaffneten Aufstand, der von den Führern der marxistischen Volksbefreiungsfront, der People’s Liberation Front, angestiftet worden war. Im September hatte die Regierung Bandaranaikes den Aufstand fast völlig unter Kontrolle. Im selben Monat wurde der Senat abgeschafft, und das Abgeordnetenhaus wurde in Nationalversammlung umbenannt. Am 22. Mai 1972, als die Nationalversammlung eine neue Verfassung verabschiedete, änderte das Land seinen Namen offiziell von Ceylon in Sri Lanka. Bandaranaike blieb weiterhin Ministerpräsidentin.

1977 erlitt die Regierung Bandaranaikes bei den Wahlen eine entscheidende Niederlage. Bandaranaike wurde in ihrem Amt von Junius R. Jayawardene abgelöst, dem Führer der UNP. Die Verfassungsreform von 1978 führte das Präsidialsystem ein. Jayawardene übernahm das Amt des Staatspräsidenten noch im selben Jahr. Er kehrte die sozialistische Politik seiner Vorgängerin um und errang dadurch einige anfängliche wirtschaftliche Erfolge. Im Oktober 1982 wurde Jayawardene wieder gewählt. Er regte daraufhin eine Volksabstimmung an, in der die Bevölkerung die Verlängerung der Legislaturperiode des Parlaments bis 1989 annahm.

1983 begannen zwischen der überwiegend singhalesischen Regierung und der tamilischen Rebellenbewegung Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE), einer Gruppe, die einen eigenständigen Staat für die tamilische Minderheit forderte, in den nördlichen und östlichen Teilen Sri Lankas blutige Auseinandersetzungen. Im Juni 1987 wurden nach einem Abkommen zwischen Indien und Jayawardene indische Truppen in den Norden Sri Lankas entsandt, die die Entwaffnung der Rebellen und die Vorbereitung einer Teilautonomie der Tamilen kontrollieren sollten. 1988 trat Jayawardene als Präsident zurück. Im selben Jahr wurde Ranasinghe Premadasa zu seinem Nachfolger gewählt, der mehr Stimmen erhielt als Bandaranaike, die erneut zur Wahl angetreten war. Premadasas UNP konnte die Mehrheit im Parlament bis zu den Parlamentswahlen im Februar 1989 behaupten; im März verließen die letzten indischen Truppen die Insel.

Die darauf folgende relativ friedliche Periode war nur von kurzer Dauer. Waffenstillstandsverhandlungen zwischen der Regierung und den tamilischen Separatisten verliefen erfolglos. 1991 und 1992 kam es zwischen der Armee und der LTTE zu mehreren großen Schlachten. 1993 fiel Präsident Premadasa einem Bombenanschlag zum Opfer. Einige Tage später wählte das Parlament einstimmig ein Mitglied der UNP, Dingiri Banda Wijetunge, der zuvor Ministerpräsident gewesen war, zum Übergangspräsidenten bis zu den nächsten Wahlen.


Im November 1993 gelang es den Truppen der LTTE, einen militärischen Stützpunkt der Regierung in Pooeryn, etwa 32 Kilometer südöstlich von Jaffna, zu besetzen. Einige Tage später konnten Regierungstruppen die Rebellen jedoch zurückdrängen und so den Stützpunkt zurückerobern. Bei den Parlamentswahlen im August 1994 besiegte die People’s Alliance (PA), ein Bündnis aus neun Linksparteien, die UNP. Neue Präsidentin wurde Chandrika Kumaratunga. Sie ernannte ihre Mutter Sirimavo Bandaranaike zur Ministerpräsidentin. 1995 unterzeichneten Regierung und Bürgerkriegsparteien ein Waffenstillstandsabkommen, das jedoch kurze Zeit später wieder gebrochen wurde.


In der Folgezeit kam es wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und tamilischen Separatisten. So überschatteten am 4. Februar 1998 heftige Kämpfe den 50. Jahrestag der Unabhängigkeit. Eine Woche vorher war die LTTE formell verboten worden. Bei den Präsidentschaftswahlen vom Dezember 1999 wurde Chandrika Kumaratunga im Amt des Staatsoberhaupts bestätigt.


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